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Servus, mein Name ist Chris und ich lebe seit ein paar Jahren auf Mallorca. Hier auf meiner Webseite veröffentliche ich Blogs und Videos von meinen Aktivitäten

So weit so unspektakulär.


Ich wurde im letzten Jahrtausend in Österreich geboren und ich war in meiner Jugend immer schon recht sportlich und auf actiongeladene Abenteuer aus. Entweder im Mannschaftssport, wie z.B. Fussball oder Beach-Volleyball, aber auch alleine mit dem Mountainbike. Wasser in seinen drei Aggregatzuständen hat mich ebenfalls immer angezogen. In seiner festen Form als Eis oder Schnee, als Österreicher ist man quasi per Verfassung zum Skifahren verpflichtet, oder in seiner flüssigen Form beim Kite-Surfen, Segeln oder Tauchen, aber manchmal auch in seinem gasförmigen Zustand als staatlich geprüfter Dampfplauderer.

Beruflich habe ich für mich recht früh entschieden was ich später einmal machen möchte: Linienpilot.

Begonnen hat meine berufliche Reise bei Tyrolean Airways, die es mittlerweile nicht mehr gibt, auf einer Dash8-300. Ein Flugzeug mit 50 Sitzen, das in Kanada bei Bombardier gebaut wurde. Als junger Co-Pilot sammelte ich meine ersten Flugstunden im europ. Luftraum. Erst mit der Einführung der Dash8-400 ging es auch in den afrikanischen Luftraum, nach Monastir in Tunesien. Bald schon wurde ich zum Flugkapitän befördert und war von nun an der verantwortliche Pilot. Ein paar Jahre später, stationiert in Wien, wurde ich firmenintern auf unsere Jet-Flotte eingeschult und plötzlich waren auch grössere Distanzen bis nach Stockholm oder Moskau möglich. Vor allem ging’s schneller.

Über einem Zeitraum von mehr als 10 Jahre konnte ich nicht nur wertvolle Flugstunden sammeln, sondern auch meine Leistungen immer wieder verbessern und steigern. Leider waren aber immer wieder auch schwierige Jahre dabei, wie zB. die Ereignisse um 9/11 oder auch die Bankenkrise. Viele Airlines gibt es heute nicht mehr, andere wiederum mussten tiefgreifende Einschnitte vornehmen um Kosten zu sparen. Es ging auch Tyrolean nicht viel besser und plötzlich war meine fliegerische Zukunft gefährdet.

Meine Laufbahn konnte ich nahezu nahtlos bei FlyNiki im Jahre 2010 als Kapitän auf einer Embraer 190 fortführen. Auf innereurop. Strecken wurden meist Geschäftsleute von Wien nach Frankfurt, oder auch nach Zürich geflogen. Kurze Zeit später wurde ich auf den Airbus A-320 mit 180 Sitzen eingeschult. Meine neue Homebase war ab diesem Zeitpunkt Salzburg und wir transportierten Passagiere nach Gran Canaria oder ins ägyptische Hurghada. Aber leider hielt auch dieses Glück nicht lang und bald schon ereilte FlyNiki mit seinem Partner Air Berlin das selbe Schicksal und kam in finanz. Schwierigkeiten.

Wieder konnte ich aktiv mein Schicksal selbst gestalten und wurde nach erfolgreicher Selektion als Co-Pilot bei Emirates in Dubai angestellt. Zwar musste ich den Sessel des Flugkapitäns kurzzeitig räumen, dafür stimmte aber das Salär. Auf dem Airbus A-330 mit 220 Sitzen ging es nach Jakarta, oder auch nach Malta. Aber erst mit der Umschulung auf den Airbus A380 mit seinen 660 Sitzplätzen ging das Thema Langstrecke erst so richtig los.


Langstrecke…

Wenn man als Teenager davon träumt Pilot zu werden, dann hat man Bilder von New York, Hongkong, Sydney oder Rio de Janeiro im Kopf. Ganz selten jedoch Flüge zw. Graz und Wien. Die Langstrecke hat auf der Karriereleiter eines Piloten einen sehr hohen Stellenwert und somit war es natürlich eine Genugtuung, diese Sprosse auf der Leiter erklommen zu haben. Wenn man sich aber nach 15-stündigem Flug und zehn Stunden Zeitverschiebung später in Sydney wiederfindet, dann merkt man erst, was Langstrecke wirklich bedeutet.


Service an Bord

Zugegeben, das Essen, das uns auf der Langstrecke serviert wurde, war allererste Sahne. Aber auf einem 17 Stunden Flug nach Aukland, Neuseeland hat man kaum Möglichkeiten sich grossartig zu bewegen. Aus diesem Grund nahm ich meist eine Suppe und Salat zu mir.


Destinationen wie Shanghai oder San Francisco, Perth oder Christchurch klingen aufregend und sind auch im Flugbuch sehr nett anzusehen. Wenn man sich aber das mühevolle Einchecken zum Dienst um 02:00 Uhr in der Früh, oder eben die extrem langen Flüge bis zu 17 Stunden vorstellt, dann findet die als Teenager erwartete Romantik schnell ein Ende. In Wahrheit ist es schlussendlich auch völlig egal auf welchem Flughafen man landet, nach dem 15. Mal in Los Angeles oder Peking findet man die Touristenattraktionen nicht mehr sonderlich interessant. Die Vorstellung, dass man am Zielort mehrere Tage zubringt ist auch längst nicht mehr richtig. Eine Fluglinie verdient nur Geld, wenn der Flieger auch in der Luft ist. Und dafür braucht man bekanntlich Personal. An vielen Destinationen war der Aufenthalt nach weniger als 24 Stunden wieder vorbei. Und so kam es wie es kommen musste, zurück zur Kurzstrecke.

Zu meinem grossen Glück wurde in Europa, genauer gesagt in Österreich, eine Tochtergesellschaft der Lufthansa gegründet. Meine Bewerbung wurde angenommen und nach erfolgreicher Selektion konnte ich auf einem Airbus A-320 gleich wieder als Kapitän beginnen. Stationiert auf der Insel Mallorca begrüßten wir Urlauber aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Unsere Destinationen waren Paderborn oder Münster, Saarbrücken, oder Bremen. Nicht sonderlich aufregend, aber bloss etwas mehr als zwei Stunden von Palma entfernt. Perfekt.

Beruflich bin ich somit angekommen. Ich habe meine Träume erfüllt und aufregende Erfahrungen sammeln dürfen.


Naturverbunden…

In meiner Freizeit verbringe ich wahnsinnig gerne Stunden in der Natur. Als Teenager war das Bezwingen der Berggipfel mit dem Mountainbike meine Leidenschaft. Skifahren stand im Winter ganz oben auf der Liste. Ob mit Freunden im Team, zu zweit oder auch alleine Sport war und ist immer noch ein großer Bestandteil meines Lebens. Fußball oder Beach-Volleyball, Eishockey oder Skitouren es gab immer eine passende Sportart für mich. Erst später fand ich Faszination in einfachen Wanderungen, aber auch anstrengenden Bergtouren über die 3000m Marke. Ganz speziell war die Besteigung des Kilimanjaro mit meinem Freund Heli. Und plötzlich waren wir Bezwinger eines der Seven Summits.


Wie erwähnt geht ohne Sport bei mir nichts. Selbst als ich nach Dubai umgezogen bin war sportlich immer was los. Actiongeladene Sportarten wie Go-Kart oder Kite-Surfing, “Fallschirmspringen” ohne Fallschirm im iFly Dubai oder mit dem Jeep durch die Wüste brettern.

Berge waren seit jeher ein magischer Anziehungspunkt. Spät aber doch fand auch ich meinen Weg auf die Gipfel dieser Welt. Ob daheim in Österreich oder in Deutschland, ob in Tanzania oder in Spanien es gibt immer irgendwo einen Gipfel, der mich ruft. Es waren öfters schon stundenlange Aufstiege notwendig, manchmal musste der Gipfel bei Schlechtwetter auch schon mal aufgegeben werden. Wenn man aber oben steht und nur mehr die Stille wahrnimmt, dann kann ich so richtig meine Batterien aufladen. In Österreich kam ich nach meinem ersten 3000er auf den Geschmack höherer Gipfel und endete schließlich mit der Besteigung des Großglockners. Im Winter. Mit Skiern. Was für ein Erlebnis, was für eine Anstrengung.


Kilimanjaro…

Gemeinsam mit meinem Freund Heli bezwang ich den höchsten Gipfel Afrikas. Einer der Seven Summits also. 5895m über dem Meeresspiegel. Diese geführte Tour, die techn. nicht schwierig ist, führte uns mit drei weiteren Bergverrückten innerhalb einer Woche zum Gipfel und wieder retour. Die abwechslungsreiche Fauna war beeindruckend. Genauso wie die kulinarischen Zauberkünste unseres Kochs, der selbst auf über 4900m Seehöhe ein drei-gängiges Menü servierte. Oben angekommen mussten wir aber den Sauerstoffmangel zur Kenntnis nehmen und die eine oder andere körperliche Beeinträchtigung akzeptieren. Auf dem Weg nach unten lösten sich die Beschwerden bald in Luft auf.


Hier auf Mallorca gibt es keine Gipfel über 3000 Meter. Nicht mal 2000er gibt es hier. Der höchste Gipfel ist der mit 1436m angeführte Puig Major. Leider ist oben eine Militärstation und nur mit Genehmigung besteigbar. Es gibt auf Mallorca aber über 50 Gipfel, die mehr als 1000m hoch sind und diesen habe ich mich nun verschrieben, Die geringe Höhe ist manchmal irreführend, denn wenn man bedenkt, dass man vereinzelt knapp über dem Meeresspiegel startet, kommt man sehr schnell an oder sogar über 1000m Höhenunterschied pro Tour. Durch den teils schroffen Fels ist eine Besteigung mancher Gipfel nicht zu unterschätzen und sollte bloss mit entsprechender Ausrüstung gemacht werden. Wer mehr Herausforderung sucht, kann sich auch am Weitwanderweg versuchen, der von Port Andratx nach Port Pollenca führt. Der GR-221 führt dabei entlang der Serra de Tramuntana auf einer Länge von über 130km und kann laut Wikipedia in 9 Etappen bezwungen werden. Dabei sind über 6500 Höhenmeter zu meistern. Bringt genug zu trinken mit.


Ein Umzug auf eine Insel, hier Mallorca, bringt immer etwas Neues mit sich. So wie die meisten Insel ist auch Mallorca zur Gänze von Wasser umgeben. Für mich bedeutete dies eine neue Spielwiese. Was macht man also mit dem ganzen Wasser? Kitesurfen? Schwimmen? Tauchen? Klar, bloss nichts Neues für mich. Man braucht aber nicht allzu lang und man sieht in der Bucht von Palma unzählige Segelboote. Und plötzlich kam mir der Gedanke mit dem Segeln zu beginnen.

Segeln…

Aufregend. Erholsam. Abwechslungsreich. Fordernd.


Durch puren Zufall kam ich zum Segeln. Franz, ein Arbeitskollege lud mich eines Nachmittags zum Segeln ein und ab diesem Zeitpunkt hatte ich ein Problem: Kitesurfen oder Segeln?

Es war also beschlossene Sache, ich wollte Segeln. Also musste ein Schein her. Mit dem Bestehen des SBF See hatte ich zwar keinen Segelschein per se in Händen, ich konnte aber damit Mitglied in einem Segelclub werden. Gemeinsam mit einem weiteren Arbeitskollegen, der genauso segelverrückt war wie ich, wurden wir Mitglieder. Auf einer Beneteau Cyclades 39 konnten wir gleich mal die ersten Seemeilen sammeln und gleichzeitig den einen oder anderen schönen Segeltörn in der Bucht von Palma geniessen.

Segeln ist für mich ein Gefühl der Freiheit, der Unbeschwertheit. Einmal draussen auf See vergisst man alles drumherum. Man hört das Wasser gegen den Rumpf des Bootes schlagen, man hört den Wind in den Segeln und die Welt an Land, selbst die Probleme die einen plagen, sind für kurze Zeit vergessen. Ein ähnliches Gefühl hatte ich sonst nur auf den Bergen. Allein schon deswegen muss es Vielen klar sein, dass ich sooft wie möglich mit dem Boot raus wollte. Meist mit Freunden oder mit Familie, manchmal auch solo um wichtige Erkenntnisse des Einhandsegelns zu sammeln. Und so kam es wie es kommen musste: ich hatte plötzlich eine Idee. Wie wäre es wohl den Atlantik per Segelboot zu überqueren? Logischerweise setzte ich mich nicht ins nächste Boot und startete einen Feldversuch. Ich fragte Dr. Google.

Atlantiküberquerung auf dem Segelboot…man glaubt es kaum, aber es gibt unzählige Seiten oder auch Videos, die darüber informieren. Interessant und unterhaltsam. Und so finde ich mich auf der Seite von Matt und Amy wieder. Ein junges britisches Paar, das auf ihrem 37 Fuss Segelboot gerade die Welt bereisen.

Eine neue Idee breitete sich vor meinen Augen aus: eine Weltreise auf dem eigenen Segelboot.

Völlig verrückter Plan. Willkommen in meinem Kopf. Je grösser und unerreichbarer eine Idee anfänglich auch erscheint, sobald ich sie im Kopf habe versuche ich sie umzusetzen. Also fange ich an mich zu informieren. Was braucht man, wieviel kostet sowas, wie lange ist man unterwegs, wohin überhaupt? Eines ist wohl Jedem klar: man benötigt dafür ein Boot. Aber welches? Wie groß? Welche Ausrüstung? Wie alt?

Ein wichtiges Ausrüstungsteil jeder Blauwasserjacht ist ein Beiboot. Und nachdem ich mittlerweile jedes Video von Matt und Amy ( Sailing Florence around the world ) gesehen habe, konnte ich mich von der Ausführung ihres Dinghies überzeugen. Und so begann ich dieses nachzubauen. Ich kaufte mir eine Bauanleitung von B&B Yacht Design und das entsprechende Baumaterial. Dann legte ich los.

Mein Beiboot

Aus 6mm starkem Okoume Sperrholz fertigte ich mein Beiboot auf meinem Balkon. Schritt für Schritt folgte ich der Bauanleitung und bald darauf wurde es standardgemäß mit Champagner getauft.


Aber das Dinghy war nur der Anfang. Jetzt muss ein richtiges Segelboot her. Ein Boot, das auch zur Langfahrt geeignet ist. Seit knapp zwei Jahren beschäftigt mich dieses Thema nun schon. Mittlerweile habe ich auch schon ein paar Boote besichtigen können. Zehn um genau zu sein. Von der Beneteau Cyclades angefangen, die wir anfangs vom Segelclub gemietet haben bis zur Segeljacht eines Arbeitskollegen, einer Beneteau Sense 43. Mit dieser waren wir im November 2020 zu viert nach Gran Canaria unterwegs. Ein Segeltrip, der mir zeigte, das dieses Abenteuer das richtige für mich ist. Trotz anfänglicher Seekrankheit. Viele verschiedene Bootstypen also mit den jeweiligen Vor-und Nachteilen, aber bis jetzt war noch kein passendes dabei. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Entweder sind die Boote viel zu teuer, oder nicht so gebaut, wie ich es gern hätte. Die logische Schlussfolgerung daraus? Richtig: altes, billiges Boot kaufen und selbst renovieren.

Die nächste Besichtigung ist in Cagliari. Dort wartet eine Jeanneau Sun Magic 44. Könnte dieses Boot zu meinem Projekt werden? Bleibt dran und verfolgt dem Verlauf meiner zukünftigen Weltreise.


YouTube ( https://www.youtube.com/channel/UC15wNE4L8caD8zuec3eLYig )

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Das Abenteuer hat gerade erst begonnen…